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Der Entwurf für das Arbeitsamt in Dessau entstand im Rahmen eines beschränkten Wettbewerbs im Frühjahr 1928. Der Berliner Stadtbaurat Martin Wagener hatte
vorgeschlagen dazu die Architekten Walter Gropius, Hugo Häring und Bruno Paul einzuladen. Die Jury entschied sich für den Wettbewerbsbeitrag von Gropius, der die von Wagner vorgegebenen Kriterien am besten berücksichtigte.
Der Entwurf sah einen halbkreisförmigen Flachbau mit entsprechender Aufteilung für einen kreuzungsfreien Publikumsverkehr vor. Daran schloss
sich ein zweigeschossiges Verwaltungsgebäude mit einem ausgebauten Souterrain an.
Im Mai 1928 begannen die Bauarbeiten. Das Gebäude wurde als Stahlskelettbau ausgeführt und mit gelben Ziegeln verblendet. Der Rundbau erhielt
ein Sheddach aus drei Halbringen, die das Gebäude von oben belichteten. Durch eine Seilzugtechnik erfolgte die Belüftung der Räume. Der Verwaltungsbau erhielt durchgehende Fensterbänder aus
Stahlprofilen.
Die Innenwände des Rundbaus waren mit glasierten Verblendern verkleidet. Der Innenausbau wurde zu einem großen Teil durch die
Bauhauswerkstätten ausgeführt. So lieferte die Tischlerei Einbaumöbel und die Metallwerkstatt Beleuchtungskörper. Die Ausmalung der Räume wurde von der Werkstatt für Wandmalerei realisiert.
Das Arbeitsamt konnte im Juni 1929 bezogen werden und galt als eines der modernsten in Deutschland. 1936 wurden in die Außenwandverblendung
des Rundbaus Holzfenster eingesetzt, nachdem es wegen der fehlenden Sicht nach außen zunehmende Beschwerden gab. Einige Jahre später forderten die Nationalsozialisten sogar den Abriss, der wegen des
Krieges glücklicherweise nicht zustande kam.
Das Gebäude überstand den II. Weltkrieg relativ unbeschadet und war unmittelbar danach Sitz der alliierten Kommandantur. Die russische
Militärverwaltung nutzte das Gebäude nach dem Abzug der Amerikaner bis 1957 weiter. Anschließend übernahm die Sozialversicherung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes - die Einheitsgewerkschaft der
DDR - das Arbeitsamt, von der es die AOK nach der Wende übernahm.
Vor einigen Jahren wurde das Gebäude denkmalgerecht saniert und wird seit dem durch das Straßenverkehrsamt der Stadt Dessau-Rosslau genutzt.
Innerhalb der regulären Öffnungszeiten des Amtes kann das ehemalige Arbeitsamt teilweise auch innen besichtigt werden.
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