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Ausschlaggebend für die Übersiedlung des Bauhauses von Weimar nach Dessau war die Zusage der Stadt und des Landes Anhalt, einen Schulneubau zu
finanzieren. Gropius begann unmittelbar nach der Übersiedlung im Frühjahr 1925 mit den Planungen für das Bauhausgebäude. Die Bauarbeiten begannen bereits im Herbst 1925 und im darauffolgenden Sommer war
der Gebäudekomplex soweit fertiggestellt, dass darin der Unterricht abgehalten werden konnte.
Der Gebäudekomplex gliedert sich in fünf Teile: das Werkstattgebäude nahm die Bauhauswerkstätten auf, der gegenüberliegende Flügelbau war den
Technischen Lehranstalten (Berufsschule) vorbehalten und ein die beiden Gebäude verbindender zweigeschossiger Brückebau bot Raum für die Verwaltung des Bauhauses und das Bauatelier Gropius. Nach Osten
schloss sich ein Verbindungsbau mit Aula, Bühne und Mensa an, der durch ein fünfgeschossiges Atelierhaus begrenzt wurde.
Die einzelnen Gebäudeteile wurden als Stahlskelettbau mit Ziegelausfachung hergestellt. Das Werkstattgebäude erhielt eine vorgehängte
Glas-Stahl-Fassade, die anderen Gebäudeteile wurden über z.T. durchgehende Stahlrahmen-Fensterbänder belichtet. Die Flachdächer erhielten eine Dämmung aus Torfoleum und wurden mit verlöteten
Asphaltplatten belegt. Das Dach des Atelierhauses war begehbar und gelegentlich Schauplatz kleinerer Feste.
Bis 1932 wurde das Bauhausgebäude durch die Hochschule genutzt und war nach deren Schließung vor allem durch berufsvorbereitende und
berufsbildende Schulen belegt. Schon während der späten Bauhausjahre ist das Bauhausgebäude im Inneren mehrfach verändert worden, während der Nazi-Zeit erhielt es ein aufgesetztes Pultdach und zusätzlich
Dachrinnen.
Im II. Weltkrieges wurden einzelne Gebäudeteile schwer beschädigt. Das Werkstattgebäude war ausgebrannt, die Vorhangfassade überwiegend
zerstört. Unter Leitung des ehemaligen Bauhausschülers Hubert Hoffmann begannen 1946/47 erste Sicherungsarbeiten, die zerstörten Fassadenteile wurden abgenommen und das Werkstattgebäude provisorisch
vermauert.
Unter Leitung des Bauhausschülers Konrad Püschel erfolgte 1964 ein detailliertes Aufmaß und einige Jahre später eine erste provisorische
Teilinstandsetzung des Werkstattgebäudes. In Vorbereitung des 50. Jahrestages der Eröffnung des Bauhausgebäudes begannen Anfang 1976 umfangreiche Sanierungs- und Rekonstruktionsarbeiten. Zu den
herausragenden Leistungen dieser Zeit zählten die Rekonstruktion der zerstörten Vorhangfassade und die Wiederherstellung des so genannten Festbereiches mit Aula, Bühne und Mensa. Die Sanierungsarbeiten
wurden Anfang der 1980er Jahre mit dem Atelierhaus abgeschlossen.
Bis Mitte der 1980er Jahre wurde das Bauhausgebäude durch verschiedene Berufsschulen genutzt. Mit der Gründung der Institution Bauhaus Dessau
1986 gab es im bescheidenen Umfang wieder Studenten, zumeist zum Praktikum oder zur Vorbereitung ihrer Diplomarbeit, am Bauhaus. Große Ausstellungen rezipierten die Bauhausgeschichte. Heute wird das
Gebäude von der Stiftung Bauhaus Dessau genutzt.
Seit Mitte der 1990er Jahren fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt, die zum 80. Geburtstag des Bauhauses am 04. Dezember 2006 ihren
Abschluss fanden.
Das jetzige Erscheinungsbild des Gebäudekomplexes bietet nur nach intensiver Suche noch bauzeitliches Originalinterieur. Leuchten, Beschläge,
feste und bewegliche Möblierungen sind fast ausschließlich als Nachbauten verlorengegangener Originale zu finden. Die Stiftung Bauhaus Dessau bietet regelmäßig Führungen durch das Gebäude an und oft sind
auch Ausstellungen zu besichtigen.
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