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Das Gebäude für den „Konsumverein in Dessau und Umgebung“ entstand nach einem Entwurf von Walter Gropius von Juni bis Herbst 1928 als „Versorgungszentrum“ für die Siedlung Törten. Es besteht aus zwei ineinander stehenden kubischen Baukörpern - einem Flachbau für die Ladengeschäfte und einem fast würfelförmigen viergeschossigen Turm.
Das Gebäude wurde aus Ziegelmauerwerk errichtet und besitzt Stein-Eisen-Decken. Im Gegensatz zu den Häusern der Siedlung Törten waren die
großzügig bemessenen Fenster aus Holz, lediglich das vertikal verlaufende Fensterband im Treppenhaus ist aus Stahlprofilen hergestellt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die auskragenden Balkone und die
formbildende Dachterrassenbegrenzung.
Zur Versorgung der zur damaligen Zeit im Wesentlichen fertiggestellten Gropius-Siedlung waren ein Cafe, ein Kolonialwarengeschäft und eine
Fleischerei im Flachbau untergebracht. Später wurde das Cafe durch ein Kurzwarengeschäft ersetzt und aus den Kolonialwaren wurden Lebensmittel. In dieser Kombination war der „Dreieck-Konsum“, wie er in
Ableitung von der Straßenbezeichnung von den Siedlungsbewohnern genannt wurde, bis in die 1970er Jahre wichtigstes Einkaufszentrum für die inzwischen wesentlich erweiterte Siedlung.
Im Wohngebäude füllten Teile der Fleischerei, wie Kühl- und Sozialräume das Erdgeschoss. Darüber befanden sich drei Etagenwohnungen und ein
gemeinschaftlich genutztes Dachgeschoss mit Waschküche, Boden und Dachterrasse. Die Wohnungen waren mit etwa 100 Quadratmetern im Vergleich zu den benachbarten Siedlungshäusern nahezu großzügig bemessen
und bestanden aus drei Zimmern, einer großen Küche, einem Bad und einem vom Treppenhaus zu begehenden Abstellraum. Jeweils vor der Küche und dem Wohnzimmer waren die Balkone angebracht.
Das Konsumgebäude überstand den II. Weltkrieg unbeschadet und wurde auch in den Folgejahren kaum verändert. Anlässlich des 50. Jahrestages der
Eröffnung des Bauhausgebäudes in Dessau 1976 wurde der Außenanstrich erneuert. Nachdem in den 1970er Jahren in unmittelbarer Nähe zwei Kaufhallen entstanden, verlor der „Dreieck-Konsum“ als
Einkaufszentrum langsam an Bedeutung. Die Konsumgenossenschaft, in deren Besitz sich das Gebäude noch immer befand, geriet Anfang der 1990er Jahre in Konkurs und in der Folge wurden alle Immobilien
verkauft. So ging das Konsumgebäude in der Siedlung Törten in Privatbesitz über und wurde 1995/96 umfassend saniert. Dabei wurde ein aus DDR-Zeiten stammender Lageranbau am rückwärtigen Teil des
Flachbaus entfernt und damit der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt. Der auf dem Dach befindliche Boden und die Waschküche wurden zu einer kleinen Wohnung umgebaut.
Heute befindet sich in einem Großteil des Flachbaus die Filiale einer Drogeriekette, das Wohngebäude wird unverändert als solches genutzt.
Das Gebäude für den „Konsumverein in Dessau und Umgebung“ ist im Gesamtwerk von Walter Gropius kaum hervorgehoben worden. Er selbst widmete
dem Gebäude in seinem Buch „Bauhausbauten in Dessau“ nur einige wenige Seiten. Unter Kennern aber gilt es als eines der wohlproportioniertesten und schönsten Gropius-Bauten.
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